Häufig gestellte Impffragen

Wir laden alle Ärztinnen und Ärzte ein, mit uns an der Aktualisierung
und Weiterentwicklung dieser FAQpage zu arbeiten. Zur Zeit stehen
FAQs zu den folgenden Themen zur Verfügung:


Typhus
Diphtherie/Tetanus
Pertussis
Masern, Mumps, Röteln
Hepatitis A (A&B)
Hepatitis B (A&B)
Hepatitis C
Hepatitis D
Hepatitis E
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Meningokokken-C
Neuer 5-fach-Impfstoff (Infanrix-IPV+Hib) (ALT)
Tetravac und Procomvax (ALT)
Hexavac – neuer 6-fach Impfstoff
Revaxis
Repevax / Boostrix Polio – neue 4-fach Impfstoffe
Pneumokokken - Schutzimpfung
Grippe - Schutzimpfung
Tollwut – Schutzimpfung
Diverse
Impfen und Kontraindikationen
Impfen und Schwangerschaft
Impfstoffklassifikation Tot-Lebend-Toxoid
Quellenangabe

 

Typhus

Nach welchem Impfschema wird die Typhus-Impfung verabreicht und wie lange ist die Schutzdauer
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In Österreich sind zwei Typhus-Impfstoffe im Handel erhältlich: Beim Impfstoff Vivotif handelt es sich um einen oralen Impfstoff, der lebende und vermehrungsfähige Typhuserreger enthält und nach vorgegebenem Schema vom Impfling selbst dreimal verabreicht werden muß.Impfversager infolge unterbrochener Kühlkette, falscher Dosierung oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme (z. B. Malaria-Prophylaxe) können auftreten. Im Falle einer korrekt durchgeführten Immunisierung beträgt die Schutzdauer 3 Jahre, falls die betreffende Person während dieser Zeit das Endemiegebiet nicht verläßt – derzeit in Österreich allerdings nicht lieferbar.

Typhim Vi hingegen ist ein Totimpfstoff und wird vom Arzt einmalig parenteral verabreicht. Typhim Vi kann zeitgleich oder in jedem beliebigen Abstand zu jeder beliebigen anderen Impfung verabreicht werden. Auch eine Malaria-Prophylaxe kann problemlos gleichzeitig durchgeführt werden. Der Impfschutz tritt innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Injektion ein und bleibt - auch bei Aufenthalt im Nicht-Endemiegebiet - drei Jahre aufrecht. Nebenbei steht auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Typhus und Hepatitis A (ab dem 15.ten Lebensjahr) zur Verfügung.
 

 

Diphtherie/Tetanus

Es gibt bei uns zwei Arten von Diphtherie-Tetanus-Kombinationsimpfstoffen. Die einen mit "D", die anderen mit "d". Wo liegt eigentlich der Unterschied
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Bei den "DT-Impfstoffen" handelt es sich um Impfstoffe für Säuglinge und Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr, bei denen - aufgrund echter Kontraindikationen - die Pertussis-Komponente nicht verabreicht werden soll. "dT-Impfstoffe" hingegen enthalten eine verminderte Diphtherie-Komponente und sind für Kinder ab dem 7. Lebensjahr und Erwachsene zugelassen. Ab dem Jahr 2003 wird es allerdings einen 4-fach Impfstoff für die Auffrischung geben (siehe “Repevax”).
Am Wochenende war unser Kühlschrank defekt und nun sind unsere dt-reduct Impfstoffe eingefroren. Kann ich sie nach dem Auftauen weiterverwenden
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Beim Impfstoff dt-reduct handelt es sich um einen Adsorbat-Impfstoff und diese Impfstoffe dürfen nicht gefroren werden. Durch Einfrieren dieser Impfstoffe kann es zu Wirksamkeitsverlust und verstärkten Nebenwirkungen kommen. Sie müssen die gefrorenen Impfstoffe deshalb verwerfen.
Ein 50jähriger Patient wurde nach einer Verletzung im Unfallkrankenhaus mit einem monovalenten Tetanusimpfstoff geimpft. Nun wäre bei diesem Patienten aber auch eine Diphtherie-Auffrischung notwendig. Wie soll ich vorgehen
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Prinzipiell muß gesagt werden, daß gemäß der gültigen Impfempfehlung auch nach Verletzungen ausschließlich ein kombinierter Diphtherie-Tetanus Impfstoff - für Erwachsene mit verringerter Diphtherie-Dosis (dT) - verwendet werden soll, um solche Situationen von vornherein zu vermeiden. Ist der Fall aber dennoch eingetreten, so kann der Patient seine nötige Diphtherie-Impfung auch in Form einer einmaligen monovalenten Diphtherie-Injektion (mit verringerter Dosis für Erwachsene (d)) erhalten. In jedem Fall sollte die nächste fällige Auffrischung, oder aber auch eine frühzeitigere Impfung im Verletzungsfall ausschließlich mit dem kombinierten dT-Impfstoff durchgeführt werden.
Ein 26 Monate altes Kind, das bisher noch keine einzige Impfung erhalten hat, soll nun doch zumindest DPT geimpft werden. Nun weiß ich aber, daß die Pertussis-Impfung nur bis zum vollendeten 2. Lebensjahr verabreicht werden darf. Was soll ich jetzt machen? Nur DT impfen'
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Sie können das Kind ruhig DPT impfen. In Angleichung an internationale Empfehlungen gilt nun auch in Österreich als Altersobergrenze für die Pertussis-Impfung das 6. Lebensjahr.
Darf ich eine Schwangere gegen Tetanus impfen
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Ja. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, sind Embryo- oder Fetopathien (Erkrankungen des Ungeborenen) nach heutigem Stand des Wissens nicht zu befürchten, wenngleich es sinnvoll erscheint, alle unnötigen Eingriffe während einer Schwangerschaft zu unterlassen.

 

Pertussis

Ab wann sind Kleinkinder gegen Pertussis durch Impfungen geschützt
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Kleinkinder sind “erst” ab dem 6. Lebensmonat durch Impfungen gut vor Keuchhusten geschützt – deshalb sollte die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung sehr hoch sein, damit Erwachsene diese ungeschützten Kleinkinder nicht gefährden.
Wie bleibt man gegen diese Krankheit immun
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Das Wichtigste ist es, nach der Grundimmunisierung die Auffrischungsimpfungen alle 10 Jahre durchführen zu lassen. Es wird jedermann die Impfung empfohlen, da der Schutz von den Kinderimpfungen nach 5 – 8 Jahren so gut wie weg ist. Keuchhusten ist leider eine von den “heimtückischen” Krankheiten, deren Krankheitsverlauf bei Jugendlichen und Erwachsenen meist mild und atypisch verläuft, denn oft findet man “nur” einen lang andauernden unspezifischen Husten, der als Keuchhusten oft gar nicht erkannt wird – wenn allerdings solche Personen, die keine Impfungen haben, an Keuchhusten erkranken und mit Säuglingen in Kontakt kommen, so kann dies für den ungeschützten Säugling lebensbedrohlich sein. Pertussis im Erwachsenenalter ist eine der meistunterschätzten Krankheiten in Österreich – leider gibt es keinen Pertussis-solo Impfstoff in Österreich, und daher ist es ratsam, einen geeigneten Kombinationsimpfstoff zu verwenden – eine Kombination aus Diphtherie (d)-Tetanus und Pertussis für Kinder und Erwachsene (momentan ab dem 10.ten Lebensjahr zugelassen, ab dem Jahr 2002 ab dem 4.ten Lebensjahr möglich) wäre der Impfstoff “Boostrix” – es genügt eine einzige Boostrix, um die Pertussiskomponente aufzufrischen, egal ob jemals vorher geimpft wurde, oder nicht. Ab dem Jahr 2003 gibt es einen 4-fach Impfstoff mit dem Namen Repevax (siehe Repevax), den man dann für Auffrischungen verwenden sollte.
Sind eigentlich nur ungeschützte Säuglinge gefährdet
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Ganz und gar nicht – alte Menschen, Personen mit Asthma, Bronchitis und solche mit einem geschwächten Immunsystem sind ebenso gefährdet wie ungeschützte Säuglinge.
Soll man Schwangere gegen Pertussis impfen
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Schwangere Personen sollten unbedingt vor der Schwangerschaft durch entsprechende Impfungen geschützt sein, denn in der Schwangerschaft und Stillzeit kann die Impfung nur in Ausnahmefällen erfolgen.

 

Masern Mumps Röteln (MMR)

Kann ein Kind mit Thiomersal-Allergie mit dem im Handel befindlichen MMR-Impfstoff (Priorix) geimpft werden
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Ja. Die Kombinationsimpfung MMR ist ein Lebendimpfstoff und enthält als solcher kein Thiomersal. Allerdings ist der MMR-Impfstoff durch Priorix ersetzt worden, aber auch hier gibt es keine Bedenken gegenüber einer Thiomersalunverträglichkeit.
Wann sollte Priorix nicht geimpft werden
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Die Impfung Priorix ist auf jeden Fall kontraindiziert bei einer anamnetisch bekannten Anaphylaxe auf Eiprotein oder mit einer bekannten systemischen Überempfindlichkeit gegen Neomycin. Personen mit abgeschwächter Immunantwort, dazu gehören auch Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, sollten nicht mit Priorix geimpft werden. Die Anwendung bei Schwangeren ist kontraindiziert, und man sollte als Frau nach der Anwendung einer Priorix-Impfung über einen Zeitraum von 3 Monaten für einen zuverlässigen Konzeptionsschutz sorgen. Natürlich gibt es noch einige Fälle, wo die Risiko-Nutzen Abwägung sehr wichtig ist – diese sollte aber auf jeden Fall von einem Arzt beurteilt werden, wie auch im Falle von Kontraindikationen unbedingt nur der Arzt entscheiden sollte.
Mir ist die Empfehlung zweimal MMR (Priorix) zu impfen unklar. Es handelt sich doch um eine Lebend-Impfung, sollte der Schutz daher nicht lebenslang anhalten
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Sinn der zweimaligen MMR-Impfung (Priorix) ist nicht eine Booster-Wirkung. Die zweimalige Impfung hat vielmehr den Sinn, Non-Responder nach der ersten Impfung und noch nicht Geimpfte zu erfassen. Ab dem Jahr 2003 wird die MMR-Impfung 2 X im 2.ten Lebensjahr durchgeführt – allenfalls kann die 2.te Impfung im 7.ten Lebensjahr noch nachgeholt werden.
Eine Mutter möchte ihren Sohn nur gegen Mumps impfen lassen. Gibt es einen monovalenten Mumps-Impfstoff
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Nein! Es gibt in Österreich keinen monovalenten Mumps-Impfstoff mehr, da in der österreichischen Impfempfehlung ausschließlich die Kombinationsimpfung Masern-Mumps-Röteln (Priorix) empfohlen wird.
Welchen Impfstoff muß ich verwenden, falls ein Kind gegen Masern und Mumps geimpft werden soll, Röteln aber bereits durchgemacht hat
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Sie müssen den Kombinationsimpfstoff Priorix verwenden. Falls das Kind tatsächlich bereits Röteln hatte, verfügt es über zirkulierende Antikörper, welche die Röteln-Viren im Impfstoff inaktivieren. Verfügt das Kind über keine schützenden Antikörper, weil das Exanthem zwar Röteln-ähnlich aussah, in Wirklichkeit aber von einem anderen Erreger verursacht wurde, wird durch die Impfung die Produktion schützender Antikörper induziert.

 

Hepatitis A

Wie wird Hepatitis A vorwiegend übertragen
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Hepatitis A wird auf fäkal-oralem Weg übertragen. Das Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden und entweder direkt durch Schmierinfektion oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser übertragen. Eine Infektion ist dadurch auch durch Schalentiere (Austern und Muscheln) möglich.
Ein heute 50jähriger Mann erinnert sich, vor 10 Jahren eine Hepatitis A durchgemacht zu haben. Ist er im Schutz oder muß er geimpft werden
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Falls es sich um eine fundierte Diagnose handelt, ist der Mann lebenslang geschützt – trotzdem ist es ratsam, eine Antikörperbestimmung durchführen zu lassen, um endgültige Klarheit zu haben.
Wir haben von einer “Schnellimmunisierung” gegen Hepatitis A und B gehört – wie geht das vor sich, bzw. wann darf eine Schnellimmunisierung überhaupt angewendet werden
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In einem Fall der Schnellimmunisierung impft man 3 Wochen vor der Abreise die 1.te Dosis, nach einer Woche die 2.te Dosis und dann noch eine 3.te Dosis am Tag vor der Abreise. Für die bevorstehende Reise ist man nun gut vor beiden Formen der Hepatitis (A&B) geschützt (im Falle einer Twinrix-Impfung). Zur Aufrechterhaltung des Langzeitschutzes ist allerdings nach einem Jahr eine 4.te Impfung notwendig.
Die einzigen Indikationen für das Schnellschema sind folgende:
Der Patient bleibt für mehr als 1 Jahr in den Tropen ohne Möglichkeit zur Auffrischung und der Patient hat Zeit für 3 Impfungen im Schema 0-7-21 (damit sind die Abstände in Tagen gemeint). Zu beachten ist, dass der Schutz aber natürlich nicht am Tag nach der 3.ten Impfung einsetzt, sondern dass es noch etwa 2 Wochen dauert, bis man sicher ist.
Der Patient erscheint weniger als 2 Wochen vor Reiseantritt, dann kann man 0-7 (wieder sind Abstände in Tagen gemeint) geben. Allerdings mit dem Hinweis, dass der Schutz dann unvollständig ist.
Wenn die Zeit nicht zu knapp bemessen ist, gilt nach wie vor das Standard-Impfschema: Insgesamt drei Teilimpfungen (0 – 1 – 6 Monate).
Einer meiner Patienten hatte in seiner Kindheit eine Hepatitis A. Nun möchte er eine Urlaubsreise in ein Land mit Hepatitis A Risiko machen. Muß ich diesen Patienten impfen, oder ist er ohnehin geschützt
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Falls es sich bei der Hepatitis A in der Kindheit um eine gesicherte Diagnose handelt, ist dieser Patient auf Lebzeit gegen Hepatitis A geschützt, denn eine einmal durchgemachte Hepatitis A Infektion hinterläßt lebenslangen Schutz – trotzdem ist es ratsam, eine Antikörperbestimmung durchführen zu lassen, um endgültige Klarheit zu haben.

 

Poliomyelitis

In Österreich sind zwei verschiedene Poliomyelitis-Impfstoffe im Handel, nämlich Polio-Salk und Polio-Sabin. Was unterscheidet diese beiden Impfstoffe
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Beim Polio-Sabin-Impfstoff, der sogenannten "Schluckimpfung", handelt es sich um einen oral zu verabreichenden Lebendimpfstoff, der allerdings in Österreich nicht mehr im Handel ist; - beim Polio-Salk-Impfstoff hingegen um einen Totimpfstoff, der parenteral zu verabreichen ist. Ab dem Jahr 2003 gibt es dann einen 4-fach Kombinationsimpfstoff mit Namen Repevax, der Diphtherie, Pertussis, Tetanus und Polio beinhaltet, und als Auffrischungsimpfung ab dem 7.ten Lebensjahr verwendet werden soll.
Bei einem heute 5-jährigen Kind wurde im Rahmen der Grundimmunisierung auf die dritte orale Poliomyelitis-Impfung vergessen. Die letzte Teilimpfung liegt nun über 2 Jahre zurück. Muß nun neuerlich mit der Grundimmunisierung begonnen werden
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Nein. Eine dritte Teilimpfung reicht aus, um eine eventuell bestehende Impflücke zu schließen. Nachdem es allerdings keinen oralen Impfstoff mehr gibt, muss man in diesem Fall die Immunisierung mit einem parenteral zu verabreichenden Impfstoff durchführen.
Ich habe gehört, daß in Zukunft im Säuglingsalter anstelle der oralen Polio-Impfung die parenterale Impfung erfolgen soll. Warum
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Die orale Poliovakzine enthält lebende und vermehrungsfähige Impf-Poliomyelitis-Viren, die in seltenen Fällen zur sogenannten VAPP (=Vakzine Assoziierte Paralytische Poliomyelitis) führen können. Da es in Österreich keine Wildpolio mehr gibt, ist auch das seltene Risiko dieser Impfkomplikationen nicht mehr tragbar. Ab Jänner 2001 soll die Auffrischungsimpfung mit Revaxis erfolgen, denn Revaxis entspricht dem österreichischen Impfplan, der die Einstellung der oralen Polioimpfung ab der Verfügbarkeit eines dT-IPV-Kombinationsimpfstoffes vorsieht, und die ausschließliche Verwendung eines Impfstoffes mit inaktivierten Polioviren (IPV) empfiehlt. Ab dem jahr 2003 werden dann alle Grundimmunisierungen mit dem 6-fach Kombinationsimpfstoff Hexavac durchgeführet – eine Komponenete ist in dieser Impfung auch Polio. Ab Juni 2003 wird es dann den 4-fach Impfstoff Repevax im Handel geben, mit dem die Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus und Poliomyelitis ab dem 7.ten Lebensjahr durchgeführt wird.
Ein heute 55-jähriger Mann hat in seiner Kindheit eine Poliomyelitis durchgemacht. Ist er seither geschützt oder muß er sich wieder impfen lassen
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Die in der Kindheit durchgemachte Infektion wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von nur einem Poliomyelitis-Stamm hervorgerufen. Deshalb besteht gegen die anderen zwei im Impfstoff enthaltenen Poliomyelitis-Stämme keine Immunität. Der Mann sollte daher sofort geimpft werden.
Ein heute 64-jähriger Patient wurde vor mehr als 15 Jahren zum letzten mal gegen Polio geimpft. Reicht nun eine einzige Impfung aus, oder muß ich neuerlich grundimmunisieren
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Falls der Patient einmal eine Grundimmunisierung erhalten hat, ist es möglich, mit einer einzigen Impfung wieder aufzufrischen, auch wenn der Abstand zur letzten Impfung bereits mehr als 15 Jahre beträgt.

 

Hepatitis B

Wie wird Hepatitis B vorwiegend übertragen
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Das Hepatitis B-Virus wird über infiziertes Blut, Scheidenflüssigkeit und Sperma übertragen und kann im Gegensatz zu HIV auch über Speichel weitergegeben werden. Das Risiko einer Ansteckung besteht somit durch Nadeltausch bei intravenösem Gebrauch, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und durch berufliche Exposition bei der Versorgung und Pflege im Spitalsbereich. Infizierte Mütter können das Virus bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen.
Wir haben von einer “Schnellimmunisierung” gegen Hepatitis A und B gehört – wie geht das vor sich, bzw. wann darf eine Schnellimmunisierung überhaupt angewendet werden
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In einem Fall der Schnellimmunisierung impft man 3 Wochen vor der Abreise die 1.te Dosis, nach einer Woche die 2.te Dosis und dann noch eine 3.te Dosis am Tag vor der Abreise. Für die bevorstehende Reise ist man nun gut vor beiden Formen der Hepatitis (A&B) geschützt (im Falle einer Twinrix-Impfung). Zur Aufrechterhaltung des Langzeitschutzes ist allerdings nach einem Jahr eine 4.te Impfung notwendig.
Die einzigen Indikationen für das Schnellschema sind folgende:
Der Patient bleibt für mehr als 1 Jahr in den Tropen ohne Möglichkeit zur Auffrischung und der Patient hat Zeit für 3 Impfungen im Schema 0-7-21 (damit sind die Abstände in Tagen gemeint). Zu beachten ist, dass der Schutz aber natürlich nicht am Tag nach der 3.ten Impfung einsetzt, sondern dass es noch etwa 2 Wochen dauert, bis man sicher ist.
Der Patient erscheint weniger als 2 Wochen vor Reiseantritt, dann kann man 0-7 (wieder sind Abstände in Tagen gemeint) geben. Allerdings mit dem Hinweis, dass der Schutz dann unvollständig ist.
Wenn die Zeit nicht zu knapp bemessen ist, gilt nach wie vor das Standard-Impfschema: Insgesamt drei Teilimpfungen (0 – 1 – 6 Monate).
Gibt es auch einen Impfstoff gegen Hepatitis B für Dialysepatienten, den man nicht so oft impfen muß
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Es gibt einen Impfstoff, übrigens zu 100% thiomersalfrei, der höher dosiert (40µg pro Dosis) ist, und daher mit einem vereinfachten Impfschema für Dialyse- bzw. Prädialysepatienten geeignet ist – dieser Impfstoff wird jeweils nur 3 mal geimpft, nach dem Impfschema 0,1,6 Monate.
Gemäß der neuen Impfempfehlung vom März 97 sollen ab dem 3. Lebensmonat alle Kinder gegen Hepatitis B geimpft werden. Sollen nun auch Kinder HBsAg-positiver Mütter erst in diesem Alter geimpft werden oder wie bereits bisher nach der Geburt
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Kinder HBsAg-positiver Mütter sollen wie schon bisher unmittelbar nach der Geburt, vorzugsweise im Kreissaal, gegen Hepatitis B geimpft werden; die 2. Teilimpfung soll 1 Monat später erfolgen, weitere Impfungen wie im Impfplan vorgesehen. Wenn der HbsAg Status der Mutter unbekannt ist, erfolgt die aktive Impfung sofort, sowie eine Untersuchung der Mutter auf HbsAg.

 

Hepatitis C

Wie wird Hepatitis C vorwiegend übertragen
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Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Blut, z.B. durch Nadeltausch bei intravenösem Drogenkonsum, und durch verunreinigte Blutprodukte. Seltenere Möglichkeiten einer Hepatitis C-Virusübertragung sind das gemeinsame Verwenden von Zahnbürsten und Rasierklingen, Tätowierungen, Piercings, Nadelstich und Schnittverletzungen, Akupunkturen oder blutende Zahnbehandlungen, sofern nicht hygienisch einwandfrei gearbeitet wird – wie gesagt, seltener aber auf jeden Fall möglich!. Die Infektionswahrscheinlichkeit beim Geschlechtsverkehr ist nach bisherigen Forschungsergebnissen äußerst gering; - da das Hepatitis C-Virus aber im Menstruationsblut festgestellt wurde, kann in dieser Zeit eine Übertragung nicht ausgeschlossen werden. Bei der Geburt kann das Hepatitis C-Virus in seltenen Fällen von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

 

Hepatitis D

Wie wird Hepatitis D vorwiegend übertragen
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Das Hepatitis D-Virus ist ein inkomplettes Virus, es ist allein nicht überlebensfähig und wird auf dem gleichen Weg wie Hepatitis B übertragen bzw. kommt nur in Kombination mit diesem vor – d.h. mit Hepatitis D können sich nur Patienten infizieren, die bereits mit Hepatitis B infiziert sind (Inkubationszeit Wochen bis Monate) – der Übertragungsweg ist jenem der Hepatitis B sehr ähnlich.

 

Hepatitis E

Wie wird Hepatitis E vorwiegend übertragen
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Das Hepatitis E-Virus wird wie das Hepatitis A-Virus durch Schmiereninfektion übertragen. Hauptüberträgerquellen sind verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Die meisten Infizierten entwickeln keine klinischen Symptome. Die Entwicklung einer akuten Hepatitis E, die zumeist spontan ausheilt, ist möglich – bei Schwangeren wurde allerdings eine hohe Mortalität beschrieben.

 

Meningokokken-C

Was ist überhaupt eine Meningokokken-Erkrankung
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Die Meningokokken sind nach der erfolgreichen Bekämpfung von HIB-Infektionen durch deren Impfung nun die häufigsten Erreger bakterieller Meningitiden (Hirnhautentzündungen). Die 2 “Erkrankungsgipfel” konzentrieren sich 1.) auf Säuglinge und Kleinkinder und 2.) auf Jugendliche und junge Erwachsene. In Europa und Amerika sind im Wesentlichen die zwei Serogruppen B und C für die regelmäßig epidemisch auftretenden Menigokokken-Erkrankungen verantwortlich. Auslöser sind Neisseria meningitidis, das sind gramnegative aerobe Bakterien. Im schlimmsten Fall kann diese Erkrankung zum Tode führen. 5 – 10 Prozent der Bevölkerung sind Träger von Meningokokken, ohne selbst daran zu erkranken, und stellen somit eine wichtige Infektionsquelle dar.
Wie wird diese Krankheit übertragen
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Einziger Überträger ist der Mensch. Meningokokken leben im Nasen-Rachenraum und werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen, beim Trinken aus dem selben Glas und bei engen Kontakten, wie Küssen übertragen.
Wie erkennt man eine Meningokokken-Erkrankung
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Mögliche Symptome bei Babys (können einzeln oder gemeinsam auftreten):

Fieber – Hände und Füße können sich kalt anfühlen;
Appetitlosigkeit oder Erbrechen;
Schrilles Schreien, Wimmern;
Will sich nicht anfassen lassen, ängstlich;
Nackensteifigkeit, gekrümmter Rücken;
Lethargisch, schwierig zu wecken;
Teilnahmsloser und starrer Gesichtsausdruck;
Rote, punktförmige Hautflecken.

Mögliche Symptome bei Kindern und Erwachsenen (können einzeln oder gemeinsam auftreten):

Fieber;
Erbrechen;
Kopfschmerzen;
Nackensteifigkeit;
Lichtscheu;
Benommenheit;
Glieder- und Gelenkschmerzen;
Krämpfe.
Ab wann schützt ein Impfstoff gegen Meningokokken
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Zur Verfügung stehen monovalente konjugierte Impfstoffe gegen Menigokooken C (MEC) ab dem vollendeten 2.ten Lebensmonat und ein tetravalenter (ACW135Y) Polysaccharid-Impfstoff (MEN) für Kinder ab dem vollendeten 2.ten Lebensjahr und Erwachsenen. Die Erstabstimmung sollte mit einem konjugierten Menigokokken C Impfstoff (entsprechend der Fachinformation) erfolgen und bei entsprechender Indikation nach einem Mindestabstand von 2 Monaten (jedoch frühestens nach Vollendung des 2.ten Lebensjahres) durch eine Impfung mit dem tetravalenten Polysaccharid-Impfstoff ergänzt werden.
Gibt es Endemiegebiete
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Bei Urlaubs- oder Sprachreisen in Endemiegebiete, wie z.B. Großbritannien, Spanien, Portugal, Griechenland, Island, Tschechien, Slowakei oder die USA sollte man eine Impfung auf jeden Fall in Betracht ziehen. In Österreich wird derzeit (Stand 2002) in Anbetracht einer stabilen Häufigkeit von nur 1 – 3 Infektionen pro 100.000 Einwohnern und Jahr keine allgemeine Impfempfehlung abgegeben.
Gibt es verschiedene oder nur einen Impfstoff im Handel, den man gegen die Menigokokken-C-Erkrankung verabreichen kann
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In diesem Punkt wird man sich tunlichst zurückhalten, einen Impfstoff öffentlich zu empfehlen, bzw, nicht zu empfehlen – auf jeden Fall sollten Sie vor der Impfung mit Ihrem Arzt Rücksprache halten, und in weiterer Folge wird der Arzt oder Apotheker den richtigen Impfstoff empfehlen bzw. rezeptieren – zeitgemäß wäre auf jeden Fall ein Konjugat-Impfstoff, und mit dieser Angabe sollte jeder Arzt und Apotheker Ihnen das Beste am Markt befindliche A-mittel verschreiben und ausfolgen können.

 

Diverse

Was ist der Unterschied zwischen einer Impfvorschrift und einer Impfempfehlung
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Eine Impfvorschrift wird vom Gesundheitsministerium des Gastlandes erlassen und dient dazu, das Land vor der Einschleppung einer bestimmten Krankheit zu schützen. Die Impfempfehlung hingegen ist ein Rat, sich - aufgrund des Vorkommens einer Infektionserkrankung durch eine Impfung zu schützen. Da sich die Impfempfehlung am Vorkommen einer Infektionserkrankung orientiert, ist sie das Kriterium für den Reisenden.
Werfen Sie zu diesem Thema auch einen Blick auf den Österreichischen Impfplan
Ich möchte einen meiner Patienten, der aufgrund seines Alters und seiner Lungenerkrankung ein Risikopatient ist, heuer nicht nur die Influenza-, sondern auch die Pneumokokken-Schutzimpfung verabreichen. Welche Impfabstände ind dabei zu beachten
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Da es sich sowohl bei der Influenza, wie auch Pneumokokken-Schutzimpfung um Totimpfstoffe handelt, sind keinerlei Zeitabstände zu berücksichtigen. Sie können den Impfstoff entweder gleichzeitig (an kontralateralen Körperstellen) oder aber auch in jedem beliebigen Zeitintervall verabreichen.
Was ist die Japan B Enzephalitis, wie und wo werden Impfungen durchgeführt
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Die Japan B Enzephalitis ist eine in Asien weitverbreitete Erkrankung, die durch Stechmücken vor allem in ländlichen Gebieten übertragen wird. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, die Letalität (Sterberate) beträgt ca 20%. Geimpft wird subkutan in 3 Dosen im Abstand von 7 bis 14 Tagen; für Kinder unter 3 Jahren ist die halbe Dosis ausreichend, und wird erst ab dem 1. Geburtstag empfohlen. Der in Österreich in einigen Institutionen erhältliche japanische Tot-Impfstoff ist sehr gut verträglich und seit vielen Jahren komplikationslos im Einsatz.Seit Juli 2009 gibt es innerhalb der EU einen Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis, der auch in Apotheken erhältlich ist - dieser neue Impfstoff (Ixiaro) wird auf Gewebekulturen gezüchtet und ist frei von Thiomersal, Gelatine oder sonstigen Stabilisatoren und Konservierungsmitteln.Der Impfstoff wird 2 X im Abstand von 4 Wochen verabreicht, wodurch der Impfschutz bereits 1 Woche nach Gabe der 2.ten Impfung gegeben ist - Auffrischungsimpfungen sind noch Gegenstand laufender Forschungen

 

Neuer 5-fach-Impfstoff (Infanrix-IPV+Hib)

Wie werden Säuglinge ab Mai 1999 mit dem neuen 5-fach Impfstoff geimpft
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Alle Säuglinge, die jetzt mit der Grundimmunisierung beginnen, sollen bereits mit dem neuen 5-fach-Kombinationsimpfstoff gegen Diphterie-Tetanus-Pertussis-Hämophilus influenze b und Kinderlähmung (Infanrix IPV+Hib) geimpft werden.

Ältere Kinder, die bereits eine oder mehrere Impfungen erhalten haben, erhalten Auffrischungsimpfungen so wie bisher im Impfprogramm vorgesehen (4-fach-Impfstoff und Polioimpfung). Die Auffrischungsimpfung mit Polio-Lebendimpfstoff (Schluckimpfung) für Schulanfänger und Schulabgänger soll vorerst noch beibehalten werden. Ab Jänner 2003 gibt es jedoch nur mehr den neuen 6-fach-Impfstoff Hexavac.

 

Tetravac und Procomvax – neue Impfstoffe ab Jänner 2000

Was sind Tetravac und Procomvax
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Tetravac und Procomvax sind 2 neue thiomersalfreie Impfstoffe, die ab Jänner 2000 bei Erstimpflingen verwendet werden sollen. Tetravac ist ein thiomersalfreier Vierfachimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio; - und wird mit TETRAVAC (DTaP-IPV) gekennzeichnet. Procomvax ist ein thiomersalfreier Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b; - und wird mit PROCOMVAX (HBV-HIB) gekennzeichnet. Tetravac und Procomvax können beim selben Arztbesuch verabreicht werden. Nähere Informationen finden Sie unter “Wichtige Änderungen (Jänner 2000)”. Ab Jänner 2003 gibt es jedoch nur mehr den neuen 6-fach-Impfstoff Hexavac.

 

Revaxis – ein neuer Kombinationsimpfstoff ab Februar 2001

Was bietet der neue Impfstoff Revaxis
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Revaxis gibt den Schutz aus der Kindheit weiter; - er dient zur aktiven Immunisierung gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis bei Erwachsenen und Kindern ab dem 6. Lebensjahr als Auffrischung (alle 10 Jahre) nach der Grundimmunisierung. Der österreichische Impfplan 2000 sieht die ausschließliche Verwendung eines Impfstoffes mit inaktivierten Polioviren (IPV) vor, und diesem Vorhaben wird mit Revaxis voll Rechnung getragen. Nähere Informationen finden Sie unter “Wichtige Änderungen (Jänner 2001)” . Ab Juni 2003 gibt es allerdings den neuen 4-fach-Impfstoff Repevax mit zusätzlich Pertussis als Auffrischungsimpfung.

 

Repevax bzw. Boostrix Polio – neue Kombinationsimpfstoffe für Auffrischungsimpfungen

Warum Repevax bzw. Boostrix Polio
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Repevax bzw. Boostrix Polio sind die ersten 4-fach-Kombinationsimpfstoffe zur Auffrischung gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus und Poliomyelitis; - sie sind geeignet für Kinder ab dem vollendetem 4.ten Lebensjahr, für Jugendliche und Erwachsene. Der österreichische Impfplan sieht ja bereits eine Auffrischung gegen alle 4 Komponenten bei Schuleintritt und Schulaustritt sowie im Erwachsenenalter alle 10 Jahre vor. Repevax bzw. Boostrix Polio soll aber nicht zur Grundimmunisierung verwendet werden!

 

Hexavac – ein neuer 6-fach Impfstoff ab Jänner 2001

Was ist Hexavac und wann wird er verwendet
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Hexavac ist ein neuer 6-fach Impfstoff, der ab Jänner 2001 bei Erstimpflingen verwendet werden sollen. Hexavac ist ein Sechsfachimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b. Die Vorteile, die überzeugen, sind neben der einmalige Injektion, die höhere Akzeptanz durch die Eltern – dadurch eine Verbesserung der Durchimpfungsraten, eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit, und natürlich die gebrauchsfertige Einzeldosis in der Fertigspritze.Nähere Informationen finden Sie unter “Wichtige Änderungen (Jänner 2001)”

 

Grippe / Grippeschutzimpfung

Was versteht man unter einem “grippalen Infekt”
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Normalerweise werden Erkältungskrankheiten, die mit Schnupfen, Fieber, Hals- und Kopfschmerzen einhergehen in der Bevölkerung als Grippe bezeichnet. Dabei handelt es sich aber “nur” um einen grippalen Infekt. Dieser Infekt ist gekennzeichnet durch Halsschmerzen, gefolgt von Schnupfen und Husten. Dabei ist auch des öfteren ein leichter Temperaturanstieg möglich; - diese Symtome klingen in den meisten Fällen in den nächsten Tagen ohne Komplikationen wieder ab. Eine unterstützende Therapie mit medikamenten ist dabei anzuraten.
Was versteht man unter einer “Influenza”
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“Influenza” bzw. die echte Grippe wird durch Viren ausgelöst, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die ersten Krankheitsanzeichen sind ein plötzliches Gefühl der Abgeschlagenheit, Kopf bzw. Gliederschmerzen und Frösteln bis zum Schüttelfrost. Die Körpertemperatur kann bis 40° C ansteigen, verbunden mit Schwindel, Brechreiz, Kreislaufbeschwerden usw. Bei der echten Grippe dauert es Wochen bis Monate bis man sich nach der Erkrankung wieder richtig wohl fühlt.
Welche Komplikationen der Influenza sind zu befürchten
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Nach der Virusinfektion kann durch eine zusätzliche bakterielle Infektion das Krankheitsbild durch eine im Anschluß auftretende Lungenentzündung deutlich verschlechtert werden. Auch andere Organe, wie z.B. das Mittelohr, das Gehirn, der Herzmuskel, der Magen- und Darmbereich sowie die Niere können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Kann man Influenza erfolgreich behandeln
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Ab Herbst 1999 steht uns ein Medikament zur ursächlichen Behandlung der Influenza A und B in Form eines inhalierbaren Pulvers zur Verfügung. Dieses Medikament kann bei rechtzeitiger Einnahme Erkrankungen verhindern, den Verlauf bereits ausgebrochener Erkrankungen verkürzen und die Ansteckungsgefahr reduzieren. Vorbeugend soll aber in den meisten Fällen die Impfung eingesetzt werden, da mit den modernen Impfstoffen ca 90% der Geimpften wirksam geholfen (geschützt) werden kann; bei den übrigen verläuft die Krankheit wesentlich leichter.
Kann man an den Folgen der Influenza sterben
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Es sterben mehr Österreicher an den Folgen der Influenza als an FSME und AIDS zusammen; - das sind im Durchschnitt 2500 Personen im Jahr! Jährlich erkranken zwischen 10 und 15% der Bevölkerung an der echten Virus-Grippe! Es ist also auf Grund dieser Zahlen dringend anzuraten, von der vorbeugenden Schutzimpfung gegen Influenza Gebrauch zu machen. Reden Sie mit Ihrem Arzt und Apotheker!
Kann während eines “Schnupfens” geimpft werden
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Ja, solange kein Fieber aufgetreten ist, kann durchaus während einer Erkältung geimpft werden. Akut fieberhaft erkrankte Personen sollen allerdings von der Impfung zurückgestellt werden. Eine Grippeimpfung schützt allerdings nicht vor Erkältungskrankheiten, da, wie bereits oben erwähnt, ein grippaler Infekt und die Influenza (Grippe) verschiedene Ursachen haben.
Wer soll geimpft werden
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Im Prinzip alle gesunden Erwachsenen, die es sich nicht leisten wollen, an Influenza zu erkranken (der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates hat eindeutig festgehalten, dass die Influenza-Impfung nicht nur für die bekannten Risikogruppen sinnvoll ist, sondern unabhängig vom Alter “für jeden geeignet ist, der sich selbst schützen und andere nicht anstecken will”), besonders aber:

Personen mit Herz- und Kreislauferkrankungen;
Personen mit Bluthochdruck;
Personen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege (Asthma);
Personen mit Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes);
Personen über 60 Jahre;
Personen mit reduzierter Widerstandskraft;
Kinder;
Klinikpersonal und Personen, die berufsbedingt einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
Wann soll geimpft werden
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Um über den vollen Impfschutz in der Influenzazeit (von November bis März) zu verfügen, empfiehlt es sich, im Herbst (Oktober) zu impfen. Man sollte die Impfung jedes Jahr mit der von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) aktuell empfohlenen Impfzusammensetzung wiederholen.
Welche Patienten sollten nicht geimpft werden
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Es gibt mehrere pharmazeutische Firmen, die den Grippeimpfstoff anbieten, und obwohl diese Impfstoffe in der Zusammensetzung nahezu indent sind, muß man Patienten mit bekannter Hühnereiweißallergie bzw. bekannter Überempfindlichkeit gegenüber anderen Bestandteilen des Impfstoffes von der Impfung ausschließen.
Können Kinder geimpft werden
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Studien haben gezeigt, dass Kinder ganz besonders unter Influenza und deren Folgekrankheiten leiden, deswegen ist die Antwort eindeutig mit JA zu beantworten. Kinder vom 6. bis zum vollendetem 36. Monat können mit der halben Dosis (0,25ml) geimpft werden – bei erstmaliger Influenza-Impfung soll diese Altersgruppe von Kindern vier Wochen später noch einmal mit der halben Dosis geimpft werden. Kinder ab dem vollendeten 36. Lebensmonat erhalten die volle 8o,5ml) Dosis. Auch hier gilt die neueste Erkenntniss, dass Kinder unter 9 Jahren, die zum ersten Mal geimpft werden, 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen erhalten sollen.
Wie soll man bei Säuglingen entscheiden
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Bei Säuglingen ist noch keine Impfung möglich; - gerade deswegen sollten sich die Familienangehörigen gegen Influenza impfen lassen, damit eine Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie auf den Säugling möglichst gering ist, da im ersten Lebensjahr die höchste Komplikationsgefahr besteht. Problematisch für eine generelle Influenza – Impfempfehlung bei Kleinkindern ist auch die Überfrachtung des Impfkalenders in den ersten beiden Lebensjahren. Es gibt allerdings auch in dieser Problematik einen “Hoffnungsschimmer am Horizont”, nämlich dann, wenn der erste Lebendimpfstoff mit intranasaler Verabreichung auf den Markt kommen wird.
Gibt es verschieden wirkende Impfstoffe
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Es gibt verschiedene Firmen, die den Impfstoff anbieten, doch unterscheiden sich diese nicht in der von der WHO empfohlenen Zusammensetzung – es gibt jedoch einen Impfstoff (“Fluad”), der für Personen über 65 Jahre empfohlen wird, der stärker immunogen wirken soll, als herkömmliche Impfstoffe und so den Impschutz für diese Personengruppe verbessern soll.
Kann in der Schwangerschaft geimpft werden
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Die Daten aus Studien am Menschen sind bislang unzureichend, um das Risiko während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind zu beurteilen. Es empfiehlt sich daher jeweils eine individuelle Risikoabwägung. (Fragen Sie Ihren Arzt)
Kann man die Grippeimpfung mit anderen Schutzimpfungen gleichzeitig verabreichen
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Ja, aber die verschiedenen Injektionen sollten in diesem Fall in verschiedene Gliedmaßen erfolgen. Wechselwirkungen mit anderen Schutzimpfungen sind laut Hersteller nicht bekannt.

 

Tollwut / Tollwutschutzimpfung

Ist eine Tollwutimpfung auch dann notwendig, wenn der Biss Jahre zurückliegt
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Experten raten, dass Patienten, die glaubhaft versichern können, vor Jahren von einem Tollwut-verdächtigen Tier gebissen worden zu sein,.unbedingt geimpft werden sollen. Nach neuesten Forschungen aus den USA könne die Inkubationszeit bei Tollwut bis zu 20 Jahre betragen.
Wie soll nach längerem Zurückliegen des Bisses vorgegangen bzw. geimpft werden
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Bei länger zurückliegender Tollwut-Exposition ist nur die aktive Immunisierung und kein Immunglobulin notwendig. Eine manifeste Erkrankung endet immer tödlich! Jedoch kommt es speziesabhängig nur bei 20 – 50% der exponierten bzw. gebissenen Personen zur manifesten Erkrankung. Eine postexpositionelle Impfung wird empfohlen, wenn das Tier nicht-blutende Kratzer hinterlassen, an der unbedeckten Haut geknabbert oder an nicht-intakter Haut geleckt hat. Bei Bissverletzungen, Kratzwunden, Kontamination der Schleimhäute mit Speichel wird die Impfung und simultan die Immunisierung mit Tollwut-Immunglobulin empfohlen.
In welchen Zeitabständen erfolgt die Tollwut - Schutzimpfung
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Die Schutzimpfung erfolgt an Tag 0, 28 und 56 oder für die “beschleunigte” Prophylaxe an Tag 0, 7, 21. Die Wiederimpfung wird zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes nach 1 Jahr empfohlen, dann alle 5 Jahre. Die Impfung erfolgt mit je 1ml intramuskulär mit einem PCEC- oder HDC- Impfstoff.
Wer sollte geimpft werden
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Eine Präexpositionsprophylaxe sollte bei beruflich exponierten Personen unter Anwendung des gut verträglichen und sehr immunogenen HDC-Totimpfstoffes durchgeführt werden. Bei Personen, die einen längeren Aufenthalt unter hygienisch einfachen Bedingungen in Gebieten mit hoher Tollwutinzidenz (v.a. Indien, Thailand, Äthiopien) planen, sollte ebenfalls eine Präexpositionsprophylaxe erwogen werden. Kinder sind aufgrund ihrer Nähe zu Tieren in aller Regel besonders tollwutexponiert und sollten daher bei entsprechenden Reisen gegen Tollwut geimpft sein.
Wie kommt es überhaupt zu einer Infektion
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Infizierte Tiere scheiden das Virus mit dem Speichel aus. Auch der Speichel infizierter Menschen ist infektiös, jedoch sind bisher keine Infektionen über diesen Übertragungsweg beschrieben worden. Infizierte Hunde , Füchse etc. scheiden das Virus bereits 3 – 10 Tage vor Beginn der klinischen Symptomatik und während der klinischen Tollwuterkrankung aus.
Was muss man nach einer Berührung eines (ausgelegten) Tollwutimpfköders beachten
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Wenn man mit einem ausgelegten Tollwutimpfköder in Berührung kommt, sollte man folgend vorgehen: Ist der Köder unbeschädigt und die Haut intakt, muss man die Hände gründlich mit Seife waschen. Kontaminierte Körperstellen und alle Wunden müssen unverzüglich mit Seife oder Detergentien gereinigt, dann mit Wasser gründlich gespült und mit 70prozentigem Alkohol oder einem Jodersatzpräparat desinfiziert werden. Die Wunde sollte nach Möglichkeit nicht geschlossen werden. Eine Tollwut-Impfung ist notwendig, wenn Impfflüssigkeit aus dem Köder ausgelaufen und in Kontakt mit nicht intakter Haut gekommen ist. Experten raten bei Kontakt mit ausgelaufenen Impfserum immer zur Impfung! Sind sogar Schleimhäute und frische Hautverletzungen kontaminiert, emfiehlt es sich, wie nach einem Biss mit einem tollwutverdächtigen Tier vorzugehen; dann ist zusätzlich zur ersten Impfung die passive Immunisierung mit Tollwut-Immunglobulin (20 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht) notwendig.

 

Pneumokokken - Schutzimpfung

Warum Pneumokokken - Schutzimpfung
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Die Pneumokokken sind die am meisten verbreiteten bakteriellen Erreger der Lungenentzündung. Darüber hinaus können sie Mittelohrentzündung und, in seltenen Fällen, eine eitrige Gehirnhautentzündung hervorrufen. Diese schweren Erkrankungen stellen eine häufige Ursache für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle dar. 9000 Spitalsaufenthalte gehen in Österreich jährlich auf das Konto von Pneumokokken – Infektionen. Die Pneumokokken – Pneumonie fordert jährlich weltweit rund 1,2 Millionen Todesopfer. Da die Lungenentzündung vor allem ältere Menschen betrifft und die Erkrankung selbst oft sehr schnell verläuft, kommt eine medikamentöse Behandlung häufig zu spät. Außerdem können bestehende Grunderkrankungen durch eine Pneumokokkeninfektion bedrohlich werden. – Auf jeden Fall Gründe genug, um sich einer Schutzimpfung zu unterziehen.
Wer sollte gegen eine Pneumokokken – Infektion geimpft werden
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Ein Faktum ist, dass ganz besonders Menschen über 60 Jahre (die Altersgrenze wurde vom Impfausschuß des Obersten Sanitätsrates von 65 auf 60 Jahre herabgesetzt), sowie alle Menschen, die an einer chronischen Erkrankung leiden, von der Gefahr, eine schwere Pneumokokken – Erkrankung zu erleiden, betroffen sind. Zusätzlich sollten sich immungeschwächte Erwachsene mit erhöhtem Risiko, und Kinder ab dem 2.ten Lebensjahr mit chronischen Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für Pneumokokken – Erkrankungen oder deren Komplikationen einhergehen, impfen lassen. Diese Impfung wird dann jeweils mit einem polyvalenten Polysaccharid-Impfstoff (PNE) durchgeführt. Ab dem Jahr 2003 ist die Impfvorschrift laut österreichischen Impfplan, dass sich Kinder ab dem 3.ten Lebensmonat mit einer konjugierten Mehrfachimpfung gegen Pneumokokken (PNC) impfen lassen sollen, und zwar je 1x im 3.ten, 4.ten, 5.ten Lebensmonat; - sollte die Impfung erst zwischen dem 7.ten und 12.ten Lebensmonat durchgeführt werden, dann 2 X im Abstand von 8 Wochen und 1x ab dem 2.ten Lebensjahr – immer mit dem konjugierten polyvalenten Impfstoff (PNC).
Welche Grundkrankheiten implizieren eine besondere Gefährdung
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Angeborene oder erworbene Immundefekte wie z.B. Hypogammaglobulinämie u.ä., und funktionelle oder anatomische Asplenie;
Patienten mit Cochlea-Implantat oder Liquorfistel;
Organtransplantationen, Knochenmarktransplantationen, nephrotisches Syndrom;
Chronische Erkrankungen, wie Krankheiten der blutbildenden Organe, neoplastische Krankheiten, HIV-Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz;
Frühgeborene, Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht, Säuglinge und Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Krankheiten wie z.B. Zerebralparesen oder Anfallsleiden.
Wie oft soll bzw. muß geimpft werden
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Mit Ausnahme von Kleinkindern gilt folgendes: Mit einer einmaligen Impfung wird der Schutz erzielt, der, je nach bestehender Grunderkrankung – unterschiedlich lange, immer aber mehrere Jahre anhält. Wiederimpfungen sind normalerweise bei gesunden, älteren Personen nicht empfohlen. Bei Patienten mit vermutlich reduzierter Immunantwort bzw. raschem Antikörperabfall sind Wiederimpfungen frühestens nach 3 bis 5 Jahren empfohlen. Unrichtig und unzulässig ist daher die Verabreichung der Pneumokokken – Schutzimpfung in jährlichen Intervallen! – Reden Sie mit uns – auf jeden Fall aber mit Ihrem Arzt!
Schützt diese Impfung vor jeder Pneumokokken-Infektion
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Eine Pneumokokken-Impfung schützt vor invasiver Erkrankung, also vor schweren Erkrankungsformen wie Pneumonie, tödliche Pneumonie, Sepsis und Meningitis. Banale Infekte wie z.B. eitrige Bronchitis kann diese Impfung nicht verhindern. Es muss allerdings unbedingt darauf verwiesen werden, dass die Schutzimpfung die einzige Möglichkeit ist, sich vor einer Pneumokokken – Erkrankung zu schützen.
Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung der Pneumokokken - Schutzimpfung
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Was das Sicherheitsprofil betrifft, gibt es keine Einschränkungen für die Anwendung der Schutzimpfung. Dies gilt auch für Patienten mit Asthma bzw. anderen Grunderkrankungen mit einer allergischen Komponente. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass diese Pneumokokken – Schutzimpfung für Erwachsene bei Kindern unter 2 Jahren nicht wirksam ist. – Eine Pneumokokken - Schutzimpfung, die auch bei Kindern unter 2 Jahren wirksam ist, ist die konjugierte Mehrfachimpfung gegen Pneumokokken, die ab dem Jahr 2003 als Schutzimpfung ab dem 3.ten Lebensmonat gegeben werden soll.
Ist eine Impfung für Patienten nach durchgemachter Pneumonie erforderlich
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Ja unbedingt, denn Personen, die bereits einmal an einer bakteriellen Lungenentzündung erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, wieder zu erkranken. Während eine durchgemachte Pneumonie nur vor einem bestimmten Erregertyp Immunität verleiht, schützt die Pneumokokken – Impfung vor 23 Erregertypen. Diese 23 Erregertypen verursachen 90% aller Pneumokokken – Erkrankungen beim Menschen. Die Impfung wird daher in solchen Fällen ausdrücklich empfohlen.
Kann die Pneumokokken – Impfung gleichzeitig mit anderen Impfungen verabreicht werden
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Ja! Eine kontralaterale Impfung ist mit jedem anderen Impfstoff möglich..
Wie behandelt man Pneumokokken - Erkrankungen
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Antibiotika sind wirksam, aber einige Bakterienstämme entwickeln zunehmend Resistenzen. Außerdem erfolgt der Einsatz von Antibiotika oft zu spät. Die Hälfte der Todesfälle ereignet sich nämlich innerhalb von 48 Stunden.

 

Impfen und Kontraindikationen

Welche Kontraindikationen gibt es bei Impfungen
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An einer Infektion akut Erkrankte sollten bis zur Genesung von der Impfung zurückgestellt werden. Banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (bis 38° Celsius) einhergehen, sind jedoch grundsätzlich keine Kontraindikationen. Ebenso sollten Kinder mit wiederholten fieberhaften Infekten nach Abklingen der aktuellen Infektion sobald wie möglich geimpft werden.


Impfhindernisse können bestehende Allergien gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes sein. Bei diesen Kindern sollte erst nach Konsultation einer Fachabteilung eine Impfung erwogen werden.


Bei Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder Störungen des Immunsystems sollte vor der Impfung der den Immundefekt behandelnde Arzt(In) konsultiert werden. Totimpfstoffe können verabreicht werden, wobei empfohlen wird den Impferfolg serologisch zu kontrollieren.


Die Verabreichung von Immunglobulin kann die Wirkung von Lebendimpfstoffen (Masern, Röteln, Mumps, Varizellen) beeinträchtigen. Deshalb sollte zwischen der Immunglobulingabe und einer solchen Impfung ein Intervall von mindestens 3 Monaten eingehalten werden. Da bei der Masernimpfung eine solche Abschwächung der Impfwirkung bis zu einem Jahr andauern kann, ist nach der Impfung eine Antikörperbestimmung ratsam.
Irrtümlicherweise als Kontraindikationen angesehene Umstände
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Hier gibt es eine Menge von “Positionen”, die irrtümlicherweise als Kontraindikationen angesehen werden, wobei zu sagen ist, dass man dies immer mit seinem behandelnden Arzt(In) zu besprechen hat.


Dazu zählen leichte Erkrankungen mit subfebrilen Temperaturen (bis 38° Celsius), leichtem Durchfall bei einem sonst gesunden Kind und Hauterkrankungen. Oder auch chronische Erkrankungen von Herz, Leber, Lunge, Nieren oder stabile neurologische Erkrankungen. Weiters eine antimikrobielle Therapie (Antibiotika) oder Verabreichung niedriger Dosen von Kortikosteroiden oder lokal angewendete steroidhaltige Präparate (unbehandelte Injektionsstelle wählen) – die Ausnahme sind bakterielle Lebendimpfstoffe. Auch die Rekonvaleszenzphase nach einer Erkrankung ist keine Kontraindikation, wird aber immer wieder irrtümlich als solche angegeben.


Frühgeborene sollen unabhängig von ihrem Geburtsgewicht entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden – bei extremer Frühgeburtlichkeit wird empfohlen, die betreuende Neonatologieabteilung zu kontaktieren.


Eine Schwangerschaft der Mutter oder anderer Haushaltsangehöriger sowie die Stillperiode der Mutter sind kein Hindernis, das Kind zu impfen.


Allergien (außer gegen Inhaltsstoffe), Asthma, atopische Erkrankungen oder auch die Penizillinallergie sind kein Hindernis – kein Impfstoffhersteller verwendet Penizillin in der Produktion oder als Konservierungsstoff.


Selbst Fieberkrämpfe in der Amnamnese des Impflings, der plötzliche Kindestod (SIDS) in der Familienanamnese oder auch die Neugeborenengelbsucht sind irrtümlich angenommene Kontraindikationen.


Wichtig ist es jedoch, sich nicht blind auf irgendwelche Aussagen zu verlassen, sondern im geringsten Zweifelsfall sich immer an den behandelten Arzt(In) zu wenden und mit ihm (ihr) die Situation bis ins kleinste Detail durchzubesprechen.

 

Impfen und Schwangerschaft

Welche Impfungen sind vor Eintritt der Schwangerschaft zu empfehlen
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Röteln
Ein kompletter Impfschutz hält 15 bis 25 Jahre und verhindert im Falle einer Schwangerschaft die verheerenden Folgen auf den Embryo. Jede Frau mit Kinderwunsch soll geimpft sein.


Tetanus
Gegen den Wundstarrkrampf geimpft zu sein, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Der Impfschutz hält nur 10 Jahre an, die Erneuerung vergißt man leicht.


FSME
Die sogenannte Zeckenimpfung gehört ebenfalls zur "Grundausstattung" und muß alle 3 Jahre wieder aufgefrischt werden.


Hepatitis
Falls sich jemand gegen die "Reisehepatitis" (Hepatitis A) impfen läßt, kann er mit 10 Jahren Schutz rechnen. Bei der "Spritzenhepatitis" (Hepatitis B) hält der Impfschutz nur 5 Jahre. Weniger aufwendig ist gleich die Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B.


Masern, Mumps
Experten meinen, daß man nach erfolgter Impfung lebenslang keine Ansteckung zu fürchten braucht.
Welche Impfungen sind in der Schwangerschaft zugelassen
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Prinzipiell sollten die empfohlenen Impfungen bereits vor Beginn der Schwangerschaft durchgeführt werden (“prepare for pregnancy”); - fast reflexartig warnt man vor jedem Arzneimittelgebrauch in der Schwangerschaft. Das ist prinzipiell richtig, denn vielfach fehlen nämlich bei den neueren Arzneimitteln die Erfahrungen, wie sie bei Schwangeren wirken. Oft ist jedoch auch juridische Übervorsicht dafür verantwortlich, daß der Hersteller eine Einnahme seines Mittels während der Schwangerschaft nicht empfiehlt. Grundsätzlich gilt: Keine Lebendimpfstoffe mit vermehrungsfähigen Viren oder Microben an Schwangere verabreichen! Besser sind Impfstoffe mit abgetöteten Erregern oder eventuell solchen, wo eine Vermehrung durch entsprechende Vorbehandlung ausgeschlossen ist.


FSME

Enthält nicht vermehrungsfähige Erreger. Ab dem 2. Trimenon ist eine Impfung möglich.


Hepatitis A

Solche Infektionen sind mit einem hohen Frühgeburtsrisiko behaftet. Weil der Impfstoff ebenfalls inaktiviert ist, gilt er in der Schwangerschaft für ungefährlich.


Hepatitis B
Eine Impfung wird prinzipiell nicht empfohlen, obwohl es sich um keinen Lebendimpfstoff handelt.


Grippeimpfung

Da die Influenza während der Schwangerschaft oft schwere Verläufe zeigt und andererseits die Verabreichung von antiviralen Medikamenten in der Schwangerschaft nicht unbedenklich ist, wird die eigentlich gut verträgliche Impfung gegen Influenza zum eigenen Schutz (und zum Schutz des Neugeborenen) im 2. oder 3. Trimenon vor (und eventuell auch noch während) der Influenzasaison empfohlen.


Kinderlähmung

Bei der Poliomyelitis enthält der Impfstoff lebensfähige, aber nicht vermehrungsfähige Polioviren. Man sieht vom Einsatz in der Schwangerschaft ab, zumal es einen "Totimpfstoff" (abgetötete Viren) zum Spritzen gibt, den man bevorzugen wird.


Tollwut

Wegen der Gefährlichkeit muß auf jeden Fall geimpft werden, um das Leben der Mutter zu schützen. Es sind keine negativen Impffolgen bekannt.


Tetanus
Keine Impfbedenken während der Schwangerschaft.


Diphtherie
Keine Impfbedenken während der Schwangerschaft.
Welche Impfungen sollte man in der Schwangerschaft möglichst vermeiden
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Cholera

Gelbfieber – nur bei unbedingter Dringlichkeit und Empfänglichkeit zu impfen

Japan Enzephalitis

Pertussis
Welche Impfungen sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen
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Röteln

Kombination Masern, Mumps, Röteln

Tuberkulose

Pneumokokken

Feuchtblattern
Was ist bei einer Reise in die Tropen für Schwangere zu beachten
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Wenn bei einer Reise in die Tropen mehrere Impfungen notwendig sind, sollte man als Schwangere diese Reise vermeiden! Vor verschiedenen Tropenkrankheiten wie Malaria schützt noch immer kein Impfstoff, und gerade diese Erkrankung kann in der Schwangerschaft besonders schwer verlaufen; gleichzeitig ist aber hier auch die Prophylaxe eingeschränkt, weil einige Mittel in dieser Zeit nicht verwendet werden dürfen!

 

Tot-Lebend-Toxoid-Impfstoffe

Klassifikation der in Österreich erhältlichen Impfstoffe
und Zusammenfassung der einzuhaltenden Impfintervalle

LEBEND (attenuiert) TOT (inaktiviert) TOXOID
V
I
R
A
L
MMR
Röteln
Gelbfieber
Varicella
Poliomyelitis (Sabin)
Influenza
Hepatitis A
Hepatitis B
FSME
Poliomyelitis
Japan-Encephalitis
Rabies
 
B
A
K
T
E
R
I
E
L
L
BCG
Typhus (oral)
Cholera
Typhus (injizierbar)
Pertussis
Haemoph. influ. B
Pneumokokken
Meningokokken
Tetanus
Diphtherie

 

Totimpfstoffe: gleichzeitig oder in beliebigem Zeitabstand
Tot- u. Lebendimpfstoffe: gleichzeitig oder in beliebigem Zeitabstand
Lebendimpfstoffe: gleichzeitig oder mindestens 4 Wochen Abstand
Immunglobuline: keine Immunglobuline innerhalb 2 Wochen nach Lebendimpfstoff; - kein Lebendimpfstoff innerhalb der Wirkdauer von Immunglobulinen (3-6 Monate)

 

Quellenangabe:

Wir freuen uns über jeden Beitrag! Die meisten Fragen und Antworten sowie die Impfstoffklassifikation sind zur Zeit der Zeitschrift "Jatros Vaccines", “Update Europa”, “Pasteur Merieux Connaught” und “Plus Minus” – dem Informationsmagazin der AIDS-Hilfen Österreichs entnommen.
Der Abschnitt “Grippe” stammt aus Informationsmaterial der Firma Novartis.
Einige Publikationen sind den Broschüren der Österreichischen Apotheker- und Ärztekammer entnommen.
Das Kapitel “Tollwut – Schutzimpfung” entstammt der Literatur des Robert Koch-Institutes, der DGI und der dt. Ärztezeitung.
Die Meningokokken-C-Berichte stammen aus der Zeitschrift Baxter BioScience.
Sollten wir einzelne Berichte missbräuchlich verwenden, oder gesetzliche Bestimmungen verletzen, bitten wir um sofortige Verständigung; - wir werden diesen Beitrag sofort entfernen. – Vielen Dank!