Zecken

Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Zecken, die Überträger von FSME
Alles über die FSME-Impfung
Wie entfernt man fachgerecht Zecken?
FSME – Bilanz des Jahres 1999
FSME – Bilanz des Jahres 2000
FSME – Bilanz des Jahres 2001
FSME – Bilanz des Jahres 2002
FSME – Bilanz des Jahres 2003
FSME – Bilanz des Jahres 2004
FSME – Bilanz des Jahres 2005
FSME – Bilanz des Jahres 2006
FSME – Bilanz des Jahres 2007
FSME – Bilanz des Jahres 2008
FSME – Bilanz des Jahres 2009
Wer soll zur FSME-Impfung
Wichtige Informationen zu Impfreaktionen
Fachliches für Ärzte
Broschüre Zeckenschutzimpfung

 

 

FSME

Was ist Frühsommer - Meningoenzephalitis
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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führt.

Die Krankheit wurde das erste Mal in den 20er Jahren in Österreich beschrieben. Sie kann mit leichten, grippeählichen Symptomen verlaufen, aber auch zu Dauerschäden wie Lähmungen bzw. lang andauernden Rekonvaleszenzen führen, sogar Todesfälle sind bekannt. Auch bei leichteren Verläufen kommt es nicht selten vor, daß es nach der Erkrankung zu Persönlichkeitsveränderungen kommt.

Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine spezifische Heilbehandlung. Es können nur die Symptome so gut wie möglich gemildert werden.

Informieren Sie sich daher über die
FSME-Impfung

 

Zecken, die Überträger der FSME

Wie übertragen Zecken die FSME
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Der Krankheitserreger, das FSME-Virus, lebt in einem komplizierten Kreislauf zwischen Säugetieren, wie Mäusen, Igeln, Hasen, Wild, Haustieren und Zecken. Die Zecken sind es, die nun das Virus von Tier zu Tier, aber auch auf den Menschen übertragen können. In den meisten Fällen wird der Stich der Zecke durch die betäubende Eigenschaft ihres Speichels gar nicht wahrgenommen. Einmal festgesaugt, wird das Virus sofort übertragen. Für den ungeschützten, nicht geimpften Menschen bedeutet also der Stich einer infizierten Zecke höchste Gefahr.
Wo verstecken sich die Zecken
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Viele Menschen glauben noch immer, Zecken leben tief im Wald und fallen von den Bäumen. Hauptsächlich leben sie aber im Gras, auf Sträuchern, auf Waldlichtungen und sogar in der kultivierten Naturlandschaft (Parks, Gärten...) unserer Städte. Menschen, aber auch Haustiere (Hunde, Katzen) streifen Zecken z. B. von Gräsern ab und können sie in die Wohnung, in den Garten bringen.
Wer ist gefährdet
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Das FSME-Virus ist über den gesamten europäischen Kontinent verbreitet. In Zentraleuropa und insbesondere in Österreich ist die Erkrankung bekanntermaßen ein ernst zu nehmender volksgesundheitlicher Faktor. Viele Menschen genießen ihre Freizeit heute im Grünen, nicht nur im Sommerurlaub, auch beim Wandern in freier Natur, in unseren Parks und selbst in unseren Gärten daheim besteht für uns alle die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden. Freizeitaktivitäten sind heute die bei weitem häufigste Ursache für eine FSME-Erkrankung. . Lesen Sie dazu auch: Wer sollte zur FSME-Impfung

 

Alles über die FSME-Impfung

Was ist und wie erfolgt die Grundimmunisierung
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Eine Altersbegrenzung für die FSME-Impfung besteht nicht. Im ersten Lebensjahr soll die Impfung jedoch nur dann erfolgen, wenn das Kind einer starken Infektionsgefahr ausgesetzt ist – bei strenger Risiko-Nutzen-Abwägung im Einzelfall kann die Impfung auch schon ab dem vollendeten 6.ten Lebensmonat erwogen werden – in dieser Altersgruppe kann bei hohem mütterlichen Antikörperspiegel die Immunantwort geringer ausfallen.

1. Teilimpfung
Am besten noch in der kalten Jahreszeit, damit man bereits geschützt ist, wenn die Zeckenaktivität beginnt.

2. Teilimpfung
14 Tage bis 1 Monat nach der 1. Teilimpfung, auch bevorzugt in der kalten Jahreszeit.

3. Teilimpfung
6 bis 12 Monate nach der 2. Teilimpfung. Die Impfung kann grundsätzlich das ganze Jahr druchgeführt werden.

Schnellimmunisierung
Wird mit der Grundimmunisierung in der warmen Jahreszeit begonnen, empfiehlt es sich, die 2. Teilimpfung bereits 14 Tage nach der 1. Teilimpfung zu verabreichen, damit möglichst rasch ein schützender Antikörpertiter aufgebaut werden kann.
Wann und warum benötigt man eine Auffrischungsimpfung
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Die FSME-Erkrankung kann nur durch die vollständige Impfung und rechtzeitige Auffrischungsimpfung - das heißt alle fünf Jahre, ab dem 60.ten Lebensjahr aber alle 3 Jahre bzw. nach Titerbestimmung - optimal verhindert werden. Sollten Sie das Impfschema aus irgendeinem Grund nicht eingehalten haben, muß der Arzt über das weitere Vorgehen entscheiden. Personen über 60 Jahren wird empfohlen, besonders gewissenhaft auf die Auffrischungsintervalle zu achten, da ab diesem Alter der Impfschutz scheller absinken kann.
Was tun bei ungenügendem Impfschutz
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Für Nichtgeimpfte gab es bis zum Jahr 2003 nur die Möglichkeit, sich durch Verabreichung mit einem Antikörperkonzentrat (FSME-Immunglobulin) schützen zu lassen. Das Immunglobulin hatte allerdings nur eine Schutzrate von 60-70%. Ein Ausbruch der Erkrankung konnte aber in ungefähr einem Drittel der Fälle dadurch nicht verhindert werden. Daher hat die Firma Baxter im Einklang mit allen Impfexperten in Österreich die Erzeugung des Immunglobulin eingestellt.

Sollten Sie ungeimpft von einem Zecken gestochen werden, so müssen Sie nach 4 Wochen die 1.te Teilimpfung erhalten – in diesen 4 Wochen können Sie allerdings nichts dafür bzw. dagegen machen – nach der 1.ten Teilimpfung sollten Sie allerdings alle notwendigen weiteren Impfungen im richtigen Intervall spritzen lassen.

Sollten Sie die 1.te Teilimpfung bereits erhalten haben, und der erfolgte Zeckenstich liegt innerhalb von 48 Stunden zurück, so müssen Sie 4 Wochen nach dem Zeckenstich die 2.te Teilimpfung durchführen – das selbe gilt auch, wenn Sie später als 48 Stunden realisieren, dass Sie gestochen worden sind.

Sollte der Stich mehr als 14 Tage nach der 1. Teilimpfung erfolgt sein, so führen Sie innerhalb der 48 Stunden nach erfolgten Stich die 2.te Teilimpfung sofort durch, wenn Sie aber nach 48 Stunden realisieren, dass Sie gestochen wurden, so müssen Sie die 2.te Teilimpfung 4 Wochen nach dem Zeckenstich durchführen lassen.

Sollte die Situation bei Ihnen allerdings so sein, dass Sie die 1.te Teilimpfung bereits erhalten haben, dann aber auf die Folgeimpfungen vergessen haben, und mehr als nach z.B. diesem einem Jahr von einem Zecken gestochen werden, so erhalten Sie innerhalb der ersten 48 Stunden sofort die Impfung, nach den ersten 48 Stunden nach dem Stich bekommen Sie allerdings erst 4 Wochen danach die notwendige FSME-Impfung. In diesen Fällen zählt üblicherweise die Impfung als Neubeginn (= 1. Teilimpfung der Impfserie) – es kann jedoch auch durch eine Antikörperbestimmung 4 Wochen später der Impferfolg festgestellt werden.

Wenn Sie die 2.te Teilimpfung vor mehr als einem Jahr gemacht haben, und von einem Zeckenstich betroffen sind, so bekommen Sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Bemerken des Stiches die 3.te Teilimpfung sofort – nach mehr als 48 Stunden nach Bemerken bekommen Sie die 3.te Teilimpfung erst nach 4 Wochen nach erfolgtem Zeckenstich.

Sollte die 2.te Teilimpfung jedoch mehr als 8 Jahre zurückliegen, und Sie werden von einem Zeckenstich heimgesucht, so gilt dasselbe wie oben, jedoch ist eine serologische Kontrolle empfohlen.

Liegt die 3.te Teilimpfung mehr als 5 Jahre zurück, so wird innerhalb der ersten 48 Stunden die Auffrischungsimpfung sofort erledigt, nach 48 Stunden wird die Auffrischungsimpfung erst nach 4 Wochen gespritzt.

Sollte die 3.te Teilimpfung vor mehr als 8 Jahren gespritzt worden sein, so muss man innerhalb der ersten 48 Stunden die Impfung sofort erledigen, nach den 48 Stunden jedoch die Impfung erst nach 4 Wochen – auch in diesen Fällen ist eine serologische Kontrolle empfohlen.

je mehr Teilimpfungen Sie haben, desto mehr Chancen haben Sie, dass Sie nach einem Zeckenstich heil aus der Sache “herauskommen” – sollten Sie ungeimpft sein, und Sie werden von einem Zecken gestochen, so bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als zu “hoffen und zu beten” – machen Sie aber auf jeden Fall nach den vorgeschriebenen 4 Wochen nach einem Zeckenstich sofort die 1.te Teilimpfung und danach die vorgeschriebenen weiteren Impfungen im notwendigen Intervall – man sollte sich nicht 2 X auf sein Glück verlassen, wenn ein Zeckenstich das erste Mal schadlos verlaufen ist.

Der nach wie vor wirksamste und am längsten währende Schutz ist aber die aktive Impfung. Sollten Sie das Impfschema nicht eingehalten haben und einen Zeckenbefall bemerken, suchen Sie auf jeden Fall unverzüglich Ihren Arzt auf. Lesen Sie dazu auch: Wer sollte zur FSME-Impfung

 

Wie entfernt man fachgerecht Zecken

“Zecken tanzen nicht nur Linkswalzer” Bei der Zeckenentfernung ist es vollkommen egal, ob man nach links oder nach rechts dreht – nur: ZIEHEN ALLEINE IST ZUWENIG!

Die Spinnentiere haben einen Stechapparat – sie beißen nicht! Der Stech-Saugapparat von Zecken ist mit scharfen Widerhaken besetzt und hat KEIN Gewinde, eher eine dübelartige Form. Damit sich die Widerhaken an den Saugrüssel anlegen, müssen die Zecken nach links oder rechts gedreht werden. Dann kann man versuchen, den Stechapparat samt Zeckenkörper aus der Haut zu ziehen. Wird jedoch nur gezogen, ohne zu drehen, dann spreizen sich die Widerhaken und verhaken sich noch mehr. Gibt das Gewebe nicht nach, dann reißt der Kopf (Capitulum) ab und bleibt in der Stichstelle.

Zecken sollten, sobald man sie am Körper entdeckt hat, aus der Haut entfernt werden, denn schon wenn die Zecke gering an Masse zugelegt hat, hat sie Blut gesaugt und Speichel mit eventuell darin enthaltenen Erregern in das Gewebe des Opfers abgegeben.

Es gibt leider keine optimale, allgemein zu empfehlenede Methode, wie man Zecken aus der Haut entfernt. Keinesfalls sollten Uhu, Nagellack, Öl, Alkohol, Vaseline oder Salben auf die Zecken aufgetragen werden. Zecken-Pinzetten oder Zeckenzangen sind für diejenigen gedacht und auch sehr gut brauchbar, die keine Zecke anfassen mögen, oder Bedenken haben, die Zecke zu zerdrücken, was allerdings bei unsachgemäßer Verwendung auch mit der Zeckenzange, besonders mir einer, die dicke Kunststoffzangen besitzt, oder –pinzette passieren kann. Man kann aber auch den Zecken mit einem Taschenmesser zu Leibe rücken, was für Laien ein Vorteil ist und vorallem die Zecken nicht zerquetschen – sollte passieren, dass man beim Entfernen die Zecken zerquetscht bzw. zerdrückt, so bleiben die Krankheitserreger meist im Körper des Befallenen und gehen somit in die Blutbahn, wo der Krankheitsverlauf (Borreliose z.B.) dann seinen Verlauf nimmt.

Die glatten Zecken lassen sich leicht mit etwas rauhem Toilettenpapier oder einem Papiertaschentuch greifen. Bereits bevor eine Zecke entfernt wird und nochmals nach dem Entfernen sollte die Stichstelle mit einem Jodersatzpräparat desinfiziert werden.

Auch Erfahrenen kann es passieren, dass das Abdomen vom Kopf samt Stechapparat abreißt; in diesem Fall wäre der Rat bzw. das Handeln eines Fachmannes (Arzt) anzuraten. (Quelle: Ärzte-Woche)

 

Die FSME – Bilanz 1999

Die FSME – Bilanz 1999 mit Blick auf die Erkrankungsfälle in Österreich Im Jahr 1999 wurde erfreulicherweise mit einer Gesamtzahl von nur 41 hospitalisierten FSME Fällen ein absoluter Minusrekord erzielt. Man darf allerdings nicht glauben, dass dieser Minusrekord an Erkrankungsfällen darauf beruht, dass sich die Zecken aus ihren bevorzugten Gebieten “zurückziehen” – eindrucksvoll widerlegt dies die Anzahl der Erkrankungsfälle in der Tschechische Repuplik, wo ganz ähnliche klimatische und ökologische Bedingungen für den natürlichen Zyklus des FSME Virus wie in Österreich herrschen, in der die Durchimpfungsrate allerdings nur bei ungefähr 10 Prozent (im Vergleich bei uns in Österreich zwischen 80 und 90 Prozent) liegt, und bis September 1999 (endgültige Zahlen liegen noch nicht vor) 449 Fälle registriert wurden. Wie bereits in den vergangenen Jahren haben wir auch diesmal in Österreich ein deutliches Übergewicht an Erkrankungen bei älteren Jahrgängen (63 Prozent aller Fälle in der Gruppe der mehr als 50-Jährigen), während in der Gruppe der 0 bis 20-Jährigen nur drei Erkrankungsfälle verzeichnet wurden. Was “Impfdurchbrüche” betrifft, so wurden 1999 drei derartige Fälle diagnostisch gesichert, wobei es sich um Personen über 60 Jahre handelte; hier spiegelt sich das bekannte Phänomen wider, dass das Immunsystem einem Alterungsprozess unterliegt, und dadurch auch die Effektivität des immunologischen Gedächtnisses nachlässt. Daher kommt besonders hier der richtigen Einhaltung der Impfabstände eine besondere Bedeutung zu. Neben den schon bekannten Endemiegebieten (Pläne liegen in jeder Apotheke auf) sind auch neue Infektionsorte hinzugekommen; vor allem in Tirol – Sautens im Ötztal, Stans westlich von Jenbach, Schwendt südlich von Kössen und Dölsach in der Nähe von Lienz.

Im Aktionsjahr 2000 gab es mit 60 gemeldeten Erkrankungen leider wieder einen Anstieg der FSME – Erkrankungsfälle. Trotz besonders hoher Durchimpfungsraten wurden die meisten Erkrankungen in der Steiermark (25) und Oberösterreich (12) gemeldet, in Kärnten gab es im Vergleich zu 1999 deutlich weniger Fälle ( 9 zu 2).Trotzdem die Durchimpfungsrate der Bevölkerung in Österreich im gesamtösterreichischen Durchschnitt 84% beträgt, gibt es leider immer noch Personen, die sich auch in Endemiegebieten nicht impfen lassen – dieses “Manko auzumerzen”, muß eine Aufgabe für die Zukunft sein. Vorallem Personen über 50 Jahren sei empfohlen, die Impfabstände genauestens bzw. gewissenhaft einzuhalten, da mit dem Alter die Impfantwort und die durchschnittlich erzielten FSME-Antikörpertiter durch das Immunsystem schwächer ausfallen als bei jugendlichen Personen.

 

Die FSME – Bilanz 2000

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2000 Bedauerlicher Weise sind mit dem Beginn des Frühlings auch bereits wieder die ersten drei FSME – Erkrankungsfälle dieses Jahres zu vermelden. Zwei davon stammen aus den traditionellen FSME – Gebieten Steiermark und Burgenland, der dritte jedoch aus Vorarlberg, in dem bisher noch keine gesicherte Infektion mit dem FSME – Virus vorgekommen ist. Bei diesem Fall handelt es sich um eine ungeimpfte Frau, die einen Zeckenbefall bemerkt hatte und bei der als Infektionsort nur ein Waldgebiet nordwestlich von Bludenz – zwischen Ludesch und Raggal – in Frage kommt. Da das Virus in den angrenzenden Bodenseegemeinden Deutschlands und der Schweiz wie auch in Liechtenstein vorkommt, ist das Auftreten in Vorarlberg nicht überraschend. Dennoch bedeutet dieser erste Fall eine neue Situation und erfordert ein Überdenken der FSME – Impfempfehlungen für Vorarlberg.

Im Aktionsjahr 2000 gab es mit 60 gemeldeten Erkrankungen leider wieder einen Anstieg der FSME – Erkrankungsfälle. Trotz besonders hoher Durchimpfungsraten wurden die meisten Erkrankungen in der Steiermark (25) und Oberösterreich (12) gemeldet, in Kärnten gab es im Vergleich zu 1999 deutlich weniger Fälle ( 9 zu 2).Trotzdem die Durchimpfungsrate der Bevölkerung in Österreich im gesamtösterreichischen Durchschnitt 84% beträgt, gibt es leider immer noch Personen, die sich auch in Endemiegebieten nicht impfen lassen – dieses “Manko auzumerzen”, muß eine Aufgabe für die Zukunft sein. Vorallem Personen über 50 Jahren sei empfohlen, die Impfabstände genauestens bzw. gewissenhaft einzuhalten, da mit dem Alter die Impfantwort und die durchschnittlich erzielten FSME-Antikörpertiter durch das Immunsystem schwächer ausfallen als bei jugendlichen Personen.

 

Die FSME – Bilanz 2001

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2001 Insgesamt bestätigt die Bilanz von FSME-Erkrankungen des Jahres 2001, dass der durch die Impfung erreichte Erfolg zur Zeit gut abgesichert ist. Nichtsdestotrotz sind im vergangenen Jahr drei Menschen an den Spätfolgen einer FSME verstorben. Ein Japaner, der seine Tochter besucht hatte, erkrankte im Juni und verstarb Anfang September. Ein österreichischer FSME-Patient verstarb nach 15-jährigem Aufenthalt in der Intensivstation eines Krankenhauses, ein weiterer, nachdem er vier Jahre im Koma gelegen war. Alle hatten nach dem Zeckenstich das FSME-Immunglobulin erhalten, das zumindest in diesen Fällen keinerlei Wirkung hatte. Nicht nur diese, sondern auch fast alle anderen FSME-Fälle hätten durch eine vobeugende Impfung vermieden werden können.

Im Aktionsjahr 2001 gab es 54 hospitalisierte FSME-Patienten, deren Infektionsort in Österreich lag. Die meisten Erkrankungen, nämlich 16 traten dabei in der Steiermark auf, gefolgt von Oberösterreich mit 13 und Tirol mit 7 Erkrankungen.

 

Die FSME – Bilanz 2002

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2002 Wegen einer FSME (Zeckenerkrankung) mussten im Jahr 2002 in Österreich 60 Patienten ins Spital. Todesopfer gab es Gott sei Dank in Österreich keine. Die meisten Erkrankungsfälle wurden in der Steiermark und in Oberösterreich registriert. Diese Bilanz ist an und für sich sehr erfreulich, obwohl auch diese 60 in Österreich registrierten Fälle bedauernswert und vorallem unnötig sind – sie hätten nämlich sehr leicht durch eine Impfung verhindert werden können.

Das Expositionsrisiko ist offensichtlich in der Steiermark und in Oberösterreich am höchsten, wenn auch in Vorarlberg, im Raum Frastanz sich ein 18-jähriger Präsenzdiener infiziert und einen schweren Krankheitsverlauf durchgemacht hat. Es sind aber auch Orte dazugekommen, wie Mattighofen, Vöcklabruck und Windischgarsten in Oberösterreich sowie Hopfgarten in Osttirol, wo ein Landwirt an FSME erkrankt ist, die etwas außerhalb der bisher registrierten Endemiegebiete liegen.

Nach allen vorliegenden Daten ist aber die Schutzrate der FSME Impfung unverändert hoch – lediglich bei einem Patienten wurde ein Fall registriert, der als Impfdurchbruch oder Impfversager gewertet werden kann.

Schlimmer schaut es bei den FSME Erkrankungen bei unserem Nachbarn, der Tschechischen Republik aus – hier erkrankten im Jahr 2002 643 Personen, davon 130 Kinder und Jugendliche an dieser unheilvollen Krankheit, wobei 2 Personen daran starben – Daran kann man deutlich erkennen, wie wichtig eine hohe Durchimpfungsrate in einem Land ist – am besten wären 100 Prozent, die in Östereich auch von allen, die im Gesundheitswesen arbeiten, angestrebt werden.

 

Die FSME – Bilanz 2003

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2003 Wegen einer FSME (Zeckenerkrankung) mussten im Jahr 2003 in Österreich 82 Patienten ins Spital. Todesopfer gab es Gott sei Dank in Österreich keine. Die meisten Erkrankungsfälle wurden wiederum in der Steiermark und in Oberösterreich registriert. Diese Bilanz ist an und für sich erfreulich, obwohl auch diese 82 in Österreich registrierten Fälle bedauernswert und vorallem unnötig sind – sie hätten nämlich sehr leicht durch eine Impfung verhindert werden können. Im Vergleich zum Vorjahr sind die FSME-Fälle um mehr als 36% gestiegen – mit den 82 registrierten Fällen wurden jeweils mehr als in den vergangenen fünf Jahren aufgezeichnet. Daher sind vermehrt Anstrengungen zu unternehmen, um die hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.

Der Großteil der erhobenen Infektionsorte liegt in jenen Gebieten, die auch bisher schon als Endemiegebiete bekannt waren. Die Ausnahme davon bildet jedoch die Region um den Mattsee und Wallersee sowie Thalgau nordöstlich von Salzburg, in denen es heuer erstmals zu Infektionen mit dem FSME-Virus gekommen ist.

Ein Vergleich der vergangenen Jahrzehnte zeigt deutlich, dass die FSME-Erkrankungsfälle vor allem bei der jüngeren Generation rückgängig sind. Der Prozentsatz der an FSME erkrankten Personen unter 20 Jahren konnte seit dem Jahre 1971 um fast 95% gesenkt werden – nur durch konsequente Durchimpfung kann dieser Erfolg gehalten werden!

Hingegen muss die Akzeptanz der FSME-Impfung bei älteren Personen (“Generation 50 Plus”) dringend gestärkt werden – Österreichs FSME-Risiko wird im höheren Alter immer noch verharmlost. Die schwerwiegenden Folgen einer FSME-Erkrankung sind noch immer zu wenig im Bewusstsein der Bevölkerung. Das Immunsystem ist vor allem im Alter geschwächt, und eine verkürzte Schutzdauer der FSME-Impfung ist daher die Folge – daher achten Sie besonders im Alter an die Einhaltung der empfohlenen Impfintervalle – sprechen Sie noch heute mit Ihrem Apotheker und/oder Arzt über Ihren Schutz gegen die FSME-Erkrankung und die Möglichkeiten einer Impfung.

 

Die FSME – Bilanz 2004

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2004 Insgesamt wurden in Österreich 54 Personen mit FSME hospitalisiert.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren waren die Steiermark (14 Fälle) und Oberösterreich (15 Fälle) am stärksten betroffen, sowohl nach dem Ort der Hospitalisierung, als auch nach dem Infektionsort, der jedoch naturgemäß nicht in allen Fällen eindeutig ermittelt werden konnte. 30 der 54 Patienten waren älter als 50 Jahre

Zum Beispiel betrifft es eine Personen aus der Steiermark im Alter von 64 Jahren, oder einen 71-jährigen Patienten, aber auch ein 5-jähriges Kind. Auch eine 52-jährige Wienerin wurde infiziert. Ein 12-jähriges Kind aus Oberösterreich wurde z.B. in Tschechien infiziert. Eine 38-jährige Kärntnerin wurde von einer Zecke gestochen, wobei eine nachträgliche Impfung keinen Erfolg brachte - alle Zeckenopfer waren NICHT geimpft!

Diese Fälle zeigen wieder einmal deutlich, dass man in jedem Alter an FSME erkranken kann, wenn man nicht geimpft ist – eine Impfung nach bereits erfolgter Infektion bietet keinen sicheren Schutz – nur durch die vorbeugende Impfung kann die Erkrankung in nahezu 100 Prozent der Fälle verhindert werden.

Man muss es leider mit einer Deutlichkeit sagen, dass es der Bevölkerung schon wirklich auffällt, denn sonst wirkt es nicht – vorallem die Kinder, die noch nicht über sich selbst entscheiden können, müssen von den Eltern unbedingt zur Imfung gebracht werden – sollten die Eltern dies aus welchen Gründen auch immer nicht tun, so ist das eine Fahrlässigkeit gegenüber den Minderjährigen, die nie und nimmer passieren darf – sollte jemand gegen die Impfung sein, so würde ich diesen Personen dringend empfehlen, sich mit der Selbsthilfegruppe “Zeckenopfer” in Verbindung zu setzen, bzw. Zeckenopfer zu besuchen – vielleicht ändert sich dann Ihre Meinung, speziell im Hinblick auf die vorbeugende Impfung Ihrer Kinder, wenn sie schon selbst die “absurde” Idee in sich tragen, diese Impfung abzulehnen.

 

Die FSME – Bilanz 2005

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2005 “Niemand sollte sich in Österreich in Sachen Zeckenkrankheit in falscher Sicherheit wiegen” - wegen einer FSME (Zeckenerkrankung) wurden im Jahr 2005 in Österreich 100 Patienten registriert. Leider waren im Jahre 2005 auch 3 Todesfälle zu verzeichnen. So gab es im Jahr 2005 25 FSME Fälle in der Steiermark, 22 in Oberöstereich, 19 in Tirol und 13 in Salzburg. Das zeigt, dass wir es nicht mit einer verschwindenden Infektionskrankheit zu tun haben – 60 Prozent der Fälle waren in der Altersgruppe über 50 Jahren, vier bei den bis zu 6-jährigen, eines der Kinder war ein nur 3 Wochen altes Baby, das an einer schweren FSME erkrankt ist. Man sieht also, dass trotz einer sehr hohen Durchimpfungsrate von etwa 98% in der Bevölkerung, sich diese Infektion noch immer ihre Opfer sucht und auch findet – man kann daher nur noch einmal den Appell an alle richten, dass sie sich rechtzeitig impfen lassen, denn dies ist das einzige Mittel der Vorbeugung für diese schrecklich verlaufende Krankheit – das FSME-Virus kann nicht beseitigt werden, daher ist die Impfung der einzige Schutz!

 

Die FSME – Bilanz 2006

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2006 Bis zum 31. Dezember 2006 wurden in Österreich 84 FSME Fälle hospitalisiert - diese an sich "normale" Zahl an FSME-Erkrankungsfällen verdanken wir ausschließlich der hohen Durchimpfungsrate in Österreich - in unseren Nachbarsländern sieht dies schon anders aus - allein in Deutschland wurden 530 gemeldete Fälle registriert, in der Tschechischen Republik sogar 1007 Fälle, wobei 3 davon tödlich endeten. Leider wurde in Österreich auch bei 4 Kindern im Alter bis zu 7 Jahren FSME diagnostiziert, was wieder einmal zeigt, dass Kinder keine natürliche Immunität gegenüber der von Zecken ausgelösten FSME-Erkrankung haben. In Österreich sind zwar 88% der Bevölkerung mindestens 1X mit der Zeckenimpfung in "Kontakt" gekommen, es sind jedoch lediglich 58% der Bevölkerung im regulären Impfschema - dass dies auf jeden Fall verbessert werden muss, solte kein Thema sein. Die meisten Hospitalisierungen gab es in der Steiermark (25) und in Oberösterreich (22), die geringsten in Vorarlberg (1) und Burgenland (0). Auf jeden Fall zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass die FSME-Virusaktivität in der Natur unvermindert hoch ist oder sogar zunimmt - wir sind daher gut beraten, die Durchimpfungsrate weiter zu erhöhen und vor allem auch auf die Einhaltung der empfohlenen Impfintervalle zu achten.

 

Die FSME – Bilanz 2007

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2007 Nach leider 84 FSME-Fällen im Jahr 2006 wurden im Jahr 2007 "lediglich" 45 Erkrankungen registriert, wobei gerade in Oberösterreich und in der Steiermark ein starker Rückgang zu verzeichnen war. Die Bundesländerstatistik ist wie folgt: Wien 1 Fall, Niederösterreich 5 Fälle, Burgenland 1 Fall, Steiermark 8 Fälle, Kärnten 5 Fälle, Oberösterreich 12 Fälle, Salzburg 4 Fälle, Tirol 9 Fälle und in Vorarlberg kein Fall.

 

Die FSME – Bilanz 2008

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2008 Mit 86 hospitalisierten FSME Fällen im Jahr 2008 war im Vergleich zum Vorjahr (46 Fälle) zwar wieder eine Zunahme der FSME Infektionen in Österreich zu verzeichnen, dennoch fiel die Bilanz, betrachtet man die letzten acht Jahre, relativ `normal´ aus und entspricht der FSME-typischen jährlichen Schwankung. Sie ist auf jeden Fall auf Grund der hohen Durchimpfungsrate in Österreich wesentlich niedriger als in unseren Nachbarländern Deutschland und Tschechien, bei denen im Jahr 2008 auch eine leichte Zunahme der Fallzahl zu beobachten war. Auch zwei Todesfälle sind diesmal zu beklagen, die durch Impfung leicht vermeidbar gewesen wären: Beim ersten Fall handelt es sich um einen 79jährigen Mann aus der Steiermark, der Ende August eine schwere Meningoenzephalitis mit Grand-Mal-Status und ausgedehnter zerebraler Schädigung entwickelte und etwa zwei Wochen nach Beginn dieser Symptomatik verstarb. Im zweiten Fall erlag ein 70jähriger Oberösterreicher im Jänner des heurigen Jahres seiner schweren FSME, die im Juli 2007 begonnen hatte. Während dieser ganzen Zeit war er hospitalisiert und lag im Koma. Heuer wurden zum ersten Mal die meisten Erkrankungsfälle im Land Tirol hospitalisiert, gefolgt von Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich. Neue Infektionsorte in Vorarlberg liegen im Silbertal (Region Aberschwende) und möglicherweise in der Region östlich von Dornbirn. Zudem ist in Salzburg ein weiterer Infektionsort im Salzachtal (Bad Vigaun) dazugekommen. Wie in den letzten Jahren waren die Fallzahlen entsprechend dem Freizeitverhalten und dem damit verbundenen Expositionsrisiko in den warmen Sommermonaten am höchsten. Zudem waren wieder überproportional viele ältere Personen von einer FSME betroffen: mehr als 82% waren älter als 40 Jahre und mehr als 65% älter als 50 Jahre. All diese Daten belegen, dass die Virusaktivität in der Natur ungebrochen ist und sogar zunimmt. Daher ist es wichtig, die Durchimpfungsraten weiter zu steigern und die empfohlenen Impfintervalle einzuhalten. Quelle: Univ.-Prof. Dr. Heidemarie Holzmann und Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr. Franz X. Heinz in "VIRUSEPIDEMIOLOGISCHE INFORMATION" NR. 04/09

 

Die FSME – Bilanz 2009

Auftreten von FSME - Erkrankungsfällen in Österreich im Jahr 2009 Im Jahr 2009 wurden in Österreich 79 hospitalisierte Fälle von FSME-Erkrankung registriert, wobei es leider auch 2 Todesopfer zu beklagen gilt - die Hochburgen sind jetzt Oberösterreich, die Steiermark, Kärnten und Tirol. Leider hat sich die Bereitschaft sich gegen FSME impfen zu lassen, in der Bevölkerung in den letzten Jahren etwas verringert - eigentlich weiß bereits jeder, dass die einzige Möglichkeit nicht an der FSME zu erkranken die Vorsorgeimpfung ist, trotzdem fühlen sich einige von dieser Erkrankung noch immer nicht bedroht und lassen sich daher nicht impfen. In Oberösterreich wurden mit 22 Fällen die höchste Zahl der FSME-Erkrankungen registriert, gefolgt von der Steiermark mit 17 Fällen, Kärnten mit 12, Tirol mit 11, Vorarlberg und Niederösterreich mit je 4 und Wien, Burgenland und Salzburg mit je 3 Fällen. Alle diese Fälle wären mit der Vorsorgeimpfung FSME zu verhindern gewesen und jahreslanges Leid und viele Quallen für Betroffene und Angehörige würde es nicht geben.

 

Wer sollte im Jahr 2010 zur FSME-Impfung

Folgendem Personenkreis empfehlen wir im Jahr 2010 (besonders im Aktionszeitraum vom 1. Jänner bis 31. Juli 2008, da hier der Impfstoff verbilligt abgegeben wird – geimpft wird allerdings das ganze Jahr über!) die FSME-Impfung: Ungeimpfte und gefährdete Personen
empfehlen wir die 1. und 2. Teilimpfung ( Wer ist gefährdet)

Personen, die 2009 die
1. und 2. Teilimpfung erhalten haben

müssen die 3. Teilimpfung erhalten ( Grundimmunisierung)

Personen, die im Jahr 2005 die 3. Teilimpfung erhalten haben
müssen wieder zur Impfung – Ausnahmen sind jene Personen, die das 60.te Lebensalter erreicht haben, denn diese Personen müssen sich auffrischen lassen, wenn Sie im Jahr 2007 die letzte Impfung bekommen haben ( Auffrischungsimpfung)

Personen, deren letzte Impfung (auch Auffrischungsimpfung) vor dem Jahr 2004 liegt
Intervall überschritten! Fragen Sie Ihren Apotheker!
( Unvollständiger Impfschutz)

 

Wichtige Informationen zu Impfreaktionen

Welche Impfstoffe werden in Österreich angeboten
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Im Jahr 2010 werden in Österreich wieder 2 Impfstoffe angeboten – namentlich “Encepur” der Firma Chiron-Behring und “FSME-Immun-Inject” der Firma Baxter/Immuno. Der Impfstoff vom Jahr 2000 der Firma Baxter/Immuno “TicoVac” wurde bereits im Jahre 2001 durch den Impfstoff “FSME-Immun-Inject” ersetzt. FSME-Immun-Inject ist ab dem Jahr 2002 frei von Konservans (Thiomersal) und hat Humanalbumin als Stabilisator, von dem angenommen wird, dass es die Verträglichkeit erhöht. Ab dem Jahr 2002 gibt es jweils einen Impfstoff für Kinder (vom vollendetem 1.ten Lebensjahr bis zum Ende des 12.ten bzw. 16.ten Lebensjahres) und einen für Erwachsene. Auch Die Firma Chiron-Behring bietet den Impfstoff “Encepur” als Impfstoff für Kinder und als Impfstoff für Erwachsene an – beide sind konservierungsmittelfrei, und es wurden auch keine zusätzlichen Stabilisatoren verwendet – namentlich sind dies Encepur 0,25 ml für Kinder und Encepur 0,5 ml für Erwachsene. Alle Impfstoffe sind sowohl zur Grundimmunisierung als auch zur Auffrischung geeignet.

Klinische Studien mit FSME- Impfstoffen bei Kindern bis zum vollendeten 12. Bzw. 16.ten Lebensjahr haben gezeigt, dass die halbe Dosis (0,25 ml) ausreichend immunogen ist. Aus der Literatur ist bekannt, dass bei einer Halbierung der Antigenmenge auch die Nebenwirkungen, vor allem Fieber nach der ersten Teilimpfung, stark vermindert sind. Wenn bei Kindern die halbe Dosis empfohlen ist, und ein Impfstoff für Erwachsene verwendet wird, wird die nicht benötigte halbe Impfstoffmenge folgendermaßen entfernt: Die Fertigspritze nach Erreichung von Raumtemperatur gut aufschütteln, um eine homogene Suspension des Impfstoffes zu gewährleisten. Der die Spritze verabreichende Arzt soll die Fertigspritze in aufrechter Position halten und den überstehenden Impfstoff auf die Weise herausspritzen, dass der Spritzenstempel den unteren Rand des grünen, an die weiße Dokumentationsetikette angrenzenden Viereckes erreicht. Zur besseren Handhabung kann die Dokumentationsetikette auch schon vorzeitig entfernt werden – ab dem Jahr 2002 soll aber diese Art der Verabreichung einer FSME-Schutzimpfung vermieden werden, da es für Kinder bereits den fertigen Kinderimpfstoff gibt!

Aufgrund dieser Daten wurde die Fachinformation im Jahr 2001 folgendermaßen geändert: Bei der ersten Teilimpfung im Rahmen der Grundimmunisierung von Kindern bis zum 12. Lebensjahr soll die halbe Dosis (0,25 ml statt 0,5 ml) verwendet werden. Die zweite und dritte Teilimpfung soll mit der vollen Dosis erfolgen. Impflinge, die im Jahr 2000 mit “TicoVac” angeimpft wurden, können mit “FSME-Immun-Inject” weiter immunisiert werden. Im Allgemeinen ist die Impfung ab dem vollendeten 1.ten Lebensjahr indiziert. Die Impfung kann jedoch bei strenger Risiko-/Nutzen-Abwägung im Einzelfall ausnahmsweise auch schon früher erwogen werden, wenn das Kind einer starken Infektionsgefahr ausgesetzt ist.

Es soll aber trotzdem ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es insbesondere bei Erstimmunisierungen von Kindern je nach individueller Reaktionsbereitschaft des Immunsystems zu Fieber über 39° kommen kann. Da bei hohen Fieber gelegentlich auch Fieberkrämpfe auftreten können, ist eine rechtzeitige Behandlung wie z.B. mit Paracetamol Zäpfchen, angezeigt und soll auch dann verwendet werden (Art und Dosis entsprechend der Empfehlung des Impfarztes bzw. Hausarztes) – mit der Einführung des Kinderimpfstoffes ab dem Jahr 2002 sollte dieses Problem allerdings der Vergangenheit angehören – es ist aber trotzdem ratsam, fiebersenkende Zäpfchen, wie bereits oben beschrieben, zu Hause vorrätig zu haben. Sollten wirklich noch Impfreaktionen im beschriebenen Ausmaß auftreten, bitte verständigen Sie umgehend den Arzt!

Der Impfstoff “Encepur 0,5 ml für Erwachsene” wird ab dem vollendeten 12.ten bzw. 16.ten Lebensjahr verwendet – vom vollendetem 1.ten Lebensjahr bis zum Ende des 12.ten bzw. 16.ten Lebensjahres wird “Encepur 0,25 ml für Kinder” verwendet. Nach dem selben Schema wird auch der Impfstoff “FSME-Immun-Inject” verwendet.

 

Fachliches für Ärzte

von Univ.-Prof. Dr.
Christian Kunz
FSME-Prophylaxe: Aufgrund aktueller Ereignisse kommt es in letzter Zeit verstärkt zu Anfragen über die FSME-Prophylaxe: Was ist zu tun, wenn der Impfabstand nicht eingehalten wird, wenn Ungeimpfte oder Teilgeimpfte von Zecken gefallen wurden?

Nicht eingehaltener Impfabstand:
Da das immunologische Gedächtnis auch bei seronegativ gewordenen Personen über einen gewissen Zeitraum noch vorhanden ist, muß bei Überschreiten der empfohlenen Intervalle nicht unbedingt mit der Grundimmunisierung neu begonen werden . Nach den vorliegenden Erfahrungen beträgt diese Zeitspanne:

zwischen 1. und 2. Impfung: 1 Jahr,

zwischen der 2. und 3. Impfung und den Auffrischungen: 8 Jahre.

Werden diese Abstände überschritten, so muß entweder der Impferfolg fühestens 14 Tage nach der neuerlichen Impfung durch einen Antikörpernachweis kontrolliert oder die Grundimmunisierung (3 Impfungen) wiederholt werden.

 

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